Sonntag, März 18, 2007

Hannover auswärts



Der Wecker trifft mich an diesem morgen so hart, wie der Golfball einst Oliver Kahn in Freiburg. Es ist 6:00h morgens an diesem Samstag und Hannover wartet. Wir wollen das erste Mal seit 19 Jahren wieder in Hannover gewinnen, was angesichts des Tabellenstandes mehr als nötig erscheint. Ich bin aber erst um 1:00h zu Bett gekommen, weil Julies Eltern mit „den runden Würfeln“ in der Stadt sind. Ich glaube, ich hatte schon mal erwähnt, dass es mir Spass macht, Auswertigen „meine“ Stadt zu zeigen, und so hatte sich der Freitagabend dann doch noch etwas länger hin gezogen. Nun galt es aber aufzustehen und 45 Minuten später Groni Ohlsdorf abzuholen. Die rund 150 km nach Hannover sollten heute mit meinem Auto hinter sich gebracht werden. Einziger Hacken: 5 Leute, ein Sportwagen. Das versprach kuschelig zu werden. Nachdem ich Groni Ohlsdorf eingesammelt hatte, war um Punkt 7 Tim an der Reihe, gefolgt von Simon (MP). Als wir dann Steven noch Stellingen einsammelten, war die Rückbank des BMW zu 100 % ausgelastet. Zum Glück ging es halt nur nach Hannover und keinen Meter weiter. Stellingen decken die Herren sich noch mit Gerstensaft ein, wobei das erworbene Produkt von Tim (Paderborner für EUR 0,50 per Dose) Steven zu spontanen Hohn und Spott Reden animierte, die die Runde 90 Minuten bis Hannover immer wieder aufflackern sollten. Jetzt fragt sich natürlich jeder normale Mensch: Warum fahren diese Geisteskranken denn um 7:00h nach Hannover, wenn Anpfiff um 15:30h? Diese Frage möchte ich gern beantworten: CeBIT! Groni und Simon musste sowieso geschäftlich zu einigen Anbietern, was bei Groni allerdings zum Scheitern verurteilt war. Ohne Visitenkarten und mit 1,00l Bier im Hirn lässt es sich wohl kaum gut über Geschäfte plaudern. Aber wir lassen uns überraschen. Die restlichen drei Reisenden hatten (dank geht hier an Malte) Freikarten und wollten ausschliesslich die Daddelhallen besuchen. Und so setzte sich das Kommando „CeBIT-hinter-sich-bringen-und-dann-3-Punkte-bei-96-holen“ in Bewegung. Ich hatte ja leichte Bedenken, weil ich meinte, nicht die passende Musik an Bord zu haben. Bin ja eher so der Fan von Randgruppen Musik, was unter Umständen auch in 90 Minuten nach Hannover zu Unbehagen bei den Mitreisenden führen kann. Aber meine Bedenken sollten sich schnell in Luft auflösen, weil wir ja der Story Teller schlechthin mit von der Partie ist. Was Steven in seinen gut 23 Jahren schon erlebt hat, kann wohl der ein oder andere Rentner nicht von sich sagen. Und so sorgen die Geschichten, die Steven von seinem Tätowierer erzählte, bei der Reisegruppe doch für den einen oder anderen Lacher. Erst am Freitag war er wohl 6 Stunden bei dem Hautkünstler gewesen. Stevens beherrscht die Kunst, das Interesse für Geschichten von ihm bei seinen Zuhörern in gewisser Art und Weise geradezu herauszufordern. Das hört sich dann meistens so an:“ Gestern war ich wieder 6 Stunden bei meinem Tätowierer und diesmal kam nicht mal einer rein, der ein Eichelpiercing haben wollte...“ Kurze Pause, damit das Auditorium prüfen kann, ob es gerade richtig gehört hat. Und dann kommt natürlich die Frage:“ Wie? Da wollen Leute sich ihren Schwanz piercen?“ Das ist dann der Moment, auf den Steven gewartet hat, und nun beginnt erst die eigentlich Geschichte, die ich hier aber nicht wiedergeben möchte. Noch ein Beispiel? Bitte: Er erwähnt beiläufig etwas von einem längeren Aufenthalt in Australien. Leider habe ich den genauen Wortlaut nicht im kopf, aber Simon fragt natürlich nach, und so hat Steven die Möglichkeit, ihm davon zu erzählen, dass er dort gern mal arbeit möchte und sich wohl schon damit beschäftigt hat. Diese Unterhaltung führ nun schliesslich dazu, dass Tim meint, dass Australien ja das gleiche Wetter wie Deutschland hätte, weil es ja auf dem gleichen Längengrad, nur „umgedreht“ liegen würde. Diese These wird vom Rest der Besatzung sofort torpediert und Tim muss einsehen, dass er sich wohl geirrt hat. Das würde halt am Paderborner liegen, feuert Steven wieder mal eine Spitze ab. Und so gerät man von einem Thema in das nächste, was ich als Fahrer sehr amüsiert zur Kenntnis nehme. Bei Stevens Geschichten gibt es noch eine Auffälligkeit: Es gibt keine Feinabstimmung. Dinge sind „Weltklasse“ (noch nie habe ich dieses Wort so oft gehört wie gestern) oder total scheisse oder schwachsinnig. Aber hey: Ich höre Steven gern zu. Er hat was zu erzählen und das ist immer witzig! Das Wetter ist eine Katastrophe! Ich kann mich leider nicht in die höchst anspruchsvollen Gespräche meiner Reisegruppe einmischen, weil ich aller Hand zu tun habe, das Auto auf der Strasse zu halten. Der Regen prasselt nur so auf die Scheibe und durch die Gischt der Autos vor mir wird es eher zu einem Ratespiel, wo die Fahrbahn ist als zu einer Autofahrt an sich. Dennoch kommen wir gut durch und kurz vor Hannover stellt sich dann die Frage, wie wir zur Messe kommen. Angeblich sollen ja die grossen orangenen Pfeile den Weg zu einer Messe zeigen, aber einen haben wir eben schon rechts liegen lassen. Wenig später kommen dann aber mehr oder weniger deutliche Zeichen, die uns fix den Weg über den Messeschnellweg deuten. Simon muss seine Karte im Bereich Nord abholen, aber wir kommen Ost an. Wir fahren einen Parkplatz genau gegenüber vom Messegelände an. Dieser gehört zu einem Hotel, dass sich wohl nicht mit den ohnehin schon deftigen Einnahmen seiner überteuerten Zimmer zufrieden stellen will. Der Parkmokel will 7,00 Euro von uns haben. Na gut, er hätte auch 20,00 nehmen können. Die Leute müssen es ja bezahlen. Auf unserem Stellplatz angekommen saut Steven mir erstmal mein Auto mit einer Art Sprüh-Heil-Salbe ein. Der Drachen auf seinem Schienbein muss behandelt werden. Wir machen uns auf den Weg zur Messe und stellen fest, dass hier nur Computerfreaks und Schlipsträger um uns herum sind. Hatte ich mir im Vorfeld gar keine Gedanken gemacht, aber jetzt sehe ich die Zielgruppe klar vor mir: Fetthaarige Typen in Aldi Jeans die total geil drauf sind, Bits und Bytes in sich aufzusaugen. Freunde haben sie nicht, höchstens Typen, mit denen sie darüber diskutieren können, ob Windows XP oder Windows Vista besser ist. Den Mops einer Frau kennen die nur von www.dicketitten.de ... in Natura hatten die noch nie was mit einer Frau und werden es wohl auch nie haben. Die andere Gruppe sind halt die Businesstypen, die dicke Geschäfte abschliessen sollen/wollen und das Spesenkonto der Firma hoffnungslos mit Schnaps und Nutten überziehen. Dazu kommen noch die Mamas und Papas, die keinen Bock mehr haben sich das Gequängel ihrer Sprösslingen anzuhören und dann halt 132,00 Euro für 4 Tickets auf den Tisch legen, um einen Tag auf der CeBIT rum zu laufen. In all diesen Menschengruppen sind wir, die jetzt auf Simon warten, der versucht die Superviserin davon zu überzeugen, dass seine Karte auf der anderen Seite vom Messegelände liegt. Dies gelingt ihm dann auch und wir sind drin. Es wird noch kurz in Betracht gezogen, keine Halle aufzusuchen, sonder sich gleich dem Bierstand hin zu geben. Dieser Plan wird dann allerdings verworfen und Groni und Simon suchen die Firmen auf, die sie beruflich interviewen müssen. Steven, Tim und ich hingegen versuchen unser Glück erst in zwei Hallen, wo wir nicht mal erkennen können, was ausgestellt wird, ehe wir die Halle 22 erreichen. Hier haben sich die Betreiber diverser Spielkonsolen nieder gelassen. Steven und Tim daddeln FIFA 07 gegeneinander, was 1:0 für Chelsea gegen Tottenham endet. Ich lasse meinen Blick über diverse Schultern schweifen und versuche, interessante Spiele zu entdecken. Aber irgendwie ist mir jetzt schon langweilig. Irgendwann kommt Simon dazu, dessen ‚“Geschäftstermin“ wohl eher unbefriedigend war. Wir laufen ziellos durch die Halle und beschliessen schliesslich, eine andere Halle mit Handys und Zubehör aufzusuchen. Als aber auch diese nicht wirklich etwas zu bieten hat ausser einem Mainzelmännchen, der spontan für ein Gruppenbild herhalten muss, entschliessen wir uns, nach 1 ½ Stunden die Messe wieder zu verlassen. Zum Glück hatte ich ne Freikarte, sonst hätte ich mich zu Tode geärgert. Wir fahren mit dem Auto Richtung AWD Arena und finden einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe zum Stadion und guter Anbindung zur Autobahn. Hier saut Steven jetzt zum zweiten Mal mein Auto mit Sprühsalbe ein...aber der Drache hat wohl entsetzlichen durst. Die Tram bringt uns in Hannovers Innenstadt, wo wir eine Essensgelegenheit aufsuchen, da es ja langsam schon auf Mittag zugeht. Da fällt uns eine Dönerbude auf, die mit den ersten Dönerbuden nichts mehr gemeinsam hat! Relativ gross und eingerichtet wie ein Fastfoodrestaurant, dazu doppelstöckig und mit 5 (!!!) Drehspiessen ausgerüstet. Das Essen bekommen wir schneller als bei McDo. Und jetzt noch der Oberhammer: Es schmeckt noch richtig lecker! Also von solchen Buden würden wir uns doch einfach mehr wünschen. Steven ist jetzt in Trinklaune aber der Rest der Gruppe hängt etwas durch. Nach dem Essen machen wir uns auf den Weg zu einer gemütlichen Kneipe, hören aber auf den Rat von zwei Einheimischen, die uns die Markthalle in Stadionrichtung empfehlen. Die Markthalle ist eine Halle mit lauter Buden, die frische Produkte anbieten und dazu noch frisch gezapftes für und bereithalten. In der Markthalle ist schon reichlich Fussballpublikum und wir stellen einmal mehr fest, dass einige Fussballprollos einfach nur peinlich sind und eigentlich ein Grund darstellen, die Sportart zu wechseln. Die Stimmung ist entspannt. Hannover und Hamburg mögen sich halt. Nur einmal droht die Stimmung etwas zu kippen, als wir einen Typ sehen, der es doch tatsächlich wagt, hier wie ein Gockel mit seinem Werder Trikot spazieren zu gehen. Auch eine Art, sich den Unmut anderer Leute aufzuhalsen. Gegen 14:00h verlassen wir die Markthalle und machen uns zu Fuss zum Stadion auf. Am Stadion ist alles super entspannt. Man mag und respektiert sich halt. Eigentlich verwunderlich, heissen doch beide Teams „HSV“. Solche Namensgleichheiten führen eher doch zu Rivalität, siehe Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund, die beide stets behaupten, es gäbe nur eine wahre Borussia. Hier ist aber alles gut, genau wie vor dem Gästebereich. Das elektronische Einlasssystem funktioniert und auch trotz der sehr genauen Leibeskontrollen entstehen keine langen Schlangen. Hier könnte sich Bremen mal eine Scheibe von abschneiden. Steven geht uns jetzt mit seiner Calzone auf den Keks, die, mal wider, Weltklasse ist. Mein Gott, der Typ hat doch gerade einen Riesen Dönerteller verdrückt. 3,00 Euro lassen ihn dann doch auf die Calzone verzichten...erstmal. Um 14:30h nehmen wir unseren Platz ein und es ist Zeit, sich jetzt erstmal richtig auf die sportliche Situation einzurichten. In Hannover sahen wir zuletzt drei Niederlagen unseres Teams und irgendwie habe ich nicht das Gefühl, dass sich das hier heute ändert. Fünf Spiele ungeschlagen, und dennoch mitten im Abstiegskamf, weil man sich ja auf niemanden mehr verlassen kann. Wetten, dass Frankfurt heute gegen Bayern was reisst? Oder morgen Gladbach in Leverkusen oder Mainz in Bremen? Wir werden sehen. Rost, Benjamin, Reinhardt, Mathijsen, Atouba, Mahdavikia, Jarolim, Wicky, Laas, van der Vaart und Olic sollen es heute richten. Die ohnehin freundliche Grundstimmung wird noch unterstrichen, als Marek und Lotto unsere Mannschaftsaufstellung verlesen dürfen und „Hamburg meine Perle“ gespielt wird. Jetzt ist aber Schluss mit Freundschaft! Jetzt zählen nur noch 3 Punkte! Die ersten Minuten lassen mit nichts Gutes hoffen. Unsere Mannschaft teilweise unkonzentriert, zu weit weg von den Gegenspielern und mit leichten Abspielfehlern nach vorne. Offensiv geht erstmal gar nichts. Laas spielt heute erschreckend schwach, vertendelt ein ums andere Mal den Ball und auch Pässe über 5 Meter finden nur selten ihr Ziel. Hannover presst, und kommt in Minute 9 durch Thorvaldsson das erste Mal gefährlich vor Tor. Zum Glück verstolpert der. In Minute 14 dann so was Ähnliches wie eine Chance für uns: Jarolim über rechts, die flanke wird aber abgefälscht und van der Vaart versucht den Ball volley zu nehmen, erwischt ihn aber nicht richtig, so dass Enke ihn leicht aufnehmen kann. Das Szene ist bezeichnend: Das komplette Offensivspiel ist irgendwie auf Zufälle aufgebaut. Mehdi schafft es auch heute nicht, einmal einen seiner Gegenspieler mit einem Dribbling vor Probleme zu stellen und Olic ist mehr im Abseits als anderswo. So viel vorweg: Olic sollte es auch heute wieder auf 0 Torschüsse bringen! Eine gute Szene hatte Olic aber, als er einen guten Pass in den Lauf von van der Vaart spielt, aber der soll angeblich im Abseits gewesen sein. Ein kurzer Check von Tim zuhause ergibt, dass es natürlich nicht so war. Aber warum sollte das Schiedsrichtergespann besser sein, als das ganze Spiel? Nach einer halen Stunde taucht dann Raffi doch noch alleine vor Enke auf, aber sein versuchter Heber kann der Schlussmann am Tor vorbei lenken. Das ist es, was ich letztens gemeint habe: Fängt er jetzt an, vorm Tor zu überlegen? Ich habe keine Zeit, mir darüber noch mehr Gedanken zu machen, denn 2 Minuten später (31.Minute) muss rost schon gegen Huszti retten. Zum Glück konnten wir den in der Winterpause verpflichten. Eine von den anderen beiden Pappnasen hätte weder letzt Woche gegen Leverkusen noch heute diese Bälle gehalten. 9 Minute später wäre aber auch Rost machtlos gewesen: Rosenthal wird von Stajner bedient, der auf der rechten Seite alle Zeit hat, den Ball flach in den Strafraum zu spielen. Aber Rosenthal schiebt den Ball völlig frei neben das Tor. Eigentlich geht das gar nicht und wir können von Glück reden, dass es zur Halbzeit 0:0 steht. Ist der Stevensbonus schon verpufft? Im Grunde ist es doch so: Stevens hat ein neues System eingeführt: Hinten erstmal dicht, und van der Vaart wird es vorne hinter Olic schon richten. Aber wir spielen jetzt seit 6 Spielen mit dem gleichen System, da ist es auch für Hannover nicht schwer, sich darauf einzustellen. Und wenn dann noch Leute wie Mehdi oder Laas nicht gut spielen, die Abwehr (ausser Mathijsen) schwimmt, wir es schwer, Spiele zu gewinnen. In Schalke und Bremen sind die Jungs über sich hinaus gewachsen, aber was ist jetzt los? Anfang der zweiten Halbzeit ein ähnliches Bild: Hannover bemüht, ohne den ganz grossen Druck entwickeln zu können und wir einfach unfähig, nach vorne zu spielen. Immerhin der Gästebereich wachte jetzt auf und unterstützte das Team fast pausenlos in Durchgang zwei. Der eingewechselte Schröter schon nach 62 Minuten den Ball knapp an Rosts Tor vorbei. Es war jetzt ein schlechtes bundesligaspiel mit Fehlern auf beiden Seiten. Van der Vaart bedient in Minute 68 Laas, doch so wie der heute spielt, war eigentlich klar, dass der den Ball von links rechts am Tor vorbei schiesst. Eigentlich eine gute Möglichkeit. Dann folgende Szene in der 81 Minute: Zweikampf zwischen Atouba und einem Hannoveraner an der Eckfahne und natürlich gibt dieser Arsch von Linierichter Freistoss für 96. Huszti tritt den Freistoss und Stajner wuchtet den Ball über die Linie, allerdings springt er dabei auch Rost um, der danach kurz behandelt werden musste. Schiri Sippel gibt völlig zu Recht Freistoss für HSV, weil Rost im 5 Meter Raum angegangen war. Wenigstens eine richtige Entscheidung an diesem Nachmittag. Dei Niedersachsen können sich jetzt wieder hinsetzten und aufhören zu jubeln. Wenig später liegt uns dafür der Torschrei auf den Lippen. Eine fast unglaubliche Aktion! Van der Vaart spielt in den Lauf vom eingewechselten Sanogo, der alleine vor Enke steht. Sanogo will vorbei schieben, doch Enke wehrt den Ball in Richtung Mahdavikia ab, der schiesst aus 15 Metern doch Enke parriert wieder. Diesmal zu Seite, wo Trochowski steht. Der schliesst leider etwas hektisch ab, so dass Enke auch den zweiten Nachschuss entschärfen kann. Oh Mann, ich fasse es einfach nicht! Von Sanogo erwarte ich ja nicht mehr viel, aber spätestens Mehdi, der Immerhin in der Rubrik „Stürmer“ auftaucht, muss ihn machen! Danach ist Schluss und ich weiss nicht, ob ich mich freuen oder ärgern soll. Hannover hatte mehr Möglichkeiten, ein aberkanntes Tor. Aber diese letzte Chance in der 87. Minute hätte es doch sein müssen!!! Wieder 0:0, wieder kein Tor bekommen, aber auch wieder keines erzielt. Wenn van der Vaart nicht trifft, trifft einfach keiner von diesen Ochsen. Nächste Woche gegen Wolfsburg müssen wir einfach mal wieder gewinnen, Unentschieden nützen einem einfach nicht viel! Wir verlassen sofort das Stadion und verwähren der Mannschaft unseren Applaus. Unter dem Strich war es einfach doch zu wenig. Das Auto ist in 5 Minuten erreicht, und die A7 weitere 15 Minuten später. Weltklasse, wie Steven sagen würde! Dieser nimmt sich jetzt eine Auszeit, so dass es erstmal ruhig wird im Auto. Der Regen hat zum Glück aufgehört, und wir kommen gut durch. Erst kurz vor Hamburg wird Steven von seinem Handy geweckt. Er wird zu einer Geburtstagsparty von einem Mannschaftskollegen vom HSV Rugby eingeladen. „Der Jude schuldet mir noch 70 Euro. Der ist wirklich Jude! Und seine Freundin ist Irin. Die feiert heute den St. Patricks Day. Oh mein Gott, wo komm ich da bloss hin: Zu Juden und Katholiken!“ ...ohne Worte! Wie gesagt, ich mag seine Geschichten! Wenig später sind wir wieder in HH und wir lassen Steven Stellingen raus. Groni ruft kurz Nina an, die ebenfalls heute mit dem Auto in Hannover an. Die sind aber gerade in Hannover auf die Autobahn gefahren. Hatten wohl nicht so einen geilen Parkplatz wie wir! Nachdem ich auch den Rest der Bande nach Hause gefahren habe, mache ich mich auf den Weg mit Groni zu Bahn. Er muss jetzt noch Diplomarbeit schreiben und ich muss ins Portugiesenviertel zum Hafen, wo die Vogtländische Reisegruppe auf mich wartet. Irgendwie haben wir einen Punkt gewonnen, weil wir vorher nur einen Punkt auf einen Nichtabstiegsplatz hatten, und jetzt zwei. Aber man stelle sich doch mal vor, wir hätten gewonnen... Nächsten Sonntag gegen Wolfsburg und dann noch mal zuhause gegen Stuttgart. Es werden interessante Wochen, so viel steht fest. Meine 34er neigt sich auch langsam dem Ende zu. Nur noch 3 Auswärtsspiele (Gladbach, München, Nürnberg), dann ist es vorbei. Mein Geldbeutel wird es mir danken, aber gibt es auch ein Happy End? Fortsetzung folgt!